Auswirkungen von Perfektionismus bei Studierenden aus gesundheitspsychologischer Perspektive : Ein systematisches Review der aktuellen empirischen Forschungsliteratur
Perfektionismus entsteht in der Kindheit als Reaktion auf ein asynchrones
Bindungsverhalten mit den Bezugspersonen. Besondere Anforderungen können den
Perfektionismus, der nachweislich bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von
psychologischen Störungen eine Rolle spielt, über die Lebensspanne verstärken.
Studierende sind aufgrund ihrer hohen Leistungsziele und strenger Bewertungen für die Ausbildung von Perfektionismus sensibel. Das Review schafft ein Verständnis für diese Zusammenhänge sowie für Ausprägungen und Auswirkungen des Perfektionismus’ bei Studierenden aus gesundheitspsychologischer Perspektive. Nach einer systematischen Literaturrecherche konnten dafür 23 quantitative Studien der vergangenen acht Jahre einbezogen werden.
Die Überprüfung deckte einen tendenziell höheren Zusammenhang zwischen
dem Perfektionismus mit den untersuchten Störungen im Vergleich zur
Gesamtbevölkerung auf, der sich insbesondere für die soziale Angst sowie die
Essstörung zeigt. Es konnte ein Anstieg des Perfektionismus’ nachgewiesen werden, für den der Leistungsbezug hauptverantwortlich ist. Die Überprüfung von Auswirkungen auf die Depression sowie die Angst belegte durchgängig positive Beeinflussungen aus maladaptiven Perfektionismus-Dimensionen. Die stärkere Untersuchung weiterer Störungen mit relevanten Perfektionismus-Facetten kann als vorrangiges Ziel für die zukünftige Erforschung der belastenden Situation Studierender angesehen werden. Für die weitergehende Aufklärung sollten Wechselwirkungen über den Zeitverlauf sichtbar werden.
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