Elias Canettis Masse und Macht – ein »Skandalon«?

Kammertöns, Christoph GND

Der Aufsatz analysiert Canettis ›schriftstellerischen‹ Zugang zu den Begriffen/Phänomenen »Masse« und »Macht«. Sein Zugang ist ein methodisch paradoxer, der im wissenschaftlich Unmethodischen methodisch sein Ziel erreicht, nämlich im Sinne Adornos »subjektiv« – genauer: im »Ausgang von den Subjekten« – zu argumentieren. Diese Sicht weicht von der These Peter Friedrichs ab, Canetti schreibe im »Modus des Dementis«, in Opposition gegen eine »von Machteffekten« getragene Wissenschaftlichkeit mit »›dezisionistische[m]‹« Wahrheitsanspruch und gegen ein von »Machtanwendung« getragenes »Zeichenregime« im Sinne einer »patriarchalische[n] ›Werkherrschaft‹«. Es bleibt der Schluss, dass Adorno richtig liegt, der ein gewissermaßen fruchtbares ›Skandalon‹ sieht in der paradoxen Verknüpftheit spezifischer Subjektivität mit einer ›unwissenschaftlichen‹ Darstellungsweise. Damit konstatiert er implizit lediglich ein methodologisches ›Abweichen‹, wo Friedrich einen Akt des Widerstands ausmacht bzw. eine Opposition gegen Macht. Demnach ist Canetti ein bekenntnishafter Schriftsteller, der zentral gegen die zerstörerische Kraft und Wirkung von ›Befehlsmacht‹ anschreibt, nicht aber gegen die normative Macht der Wissenschaft.

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Kammertöns, Christoph: Elias Canettis Masse und Macht – ein »Skandalon«?. 2018.

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