Die „Deutsche Islam Konferenz“ als institutionalisiertes multilaterales Kommunikations- und Verhandlungssystem zur politischen Interessenvermittlung zwischen staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren

Struck, Dirk

Die Arbeit bietet eine politikwissenschaftliche Analyse der ersten elf Jahre der „Deutschen Islam Konferenz“ (DIK) von 2006 bis 2017. Sie stützt sich dabei empirisch vor allem auf über 80 Interviews und Gespräche mit Teilnehmer*innen der DIK. Grundsätzlich war die DIK als ein neuartiges neokorporatistisches Format zur Konfliktlösung im Rahmen eines Aushandlungsprozesses angelegt, das sich von bislang üblichen Formaten der politischen Interessenvermittlung unterschied. Das zentrale Ergebnis der Arbeit ist, dass die DIK in seinen ersten drei Phasen über 11 Jahren ihres Bestehens kaum Annäherungen bzw. Fortschritte im Dialog zwischen islamischen Verbänden und staatlichen Akteuren ergeben hat. Dies ist wesentlich auf Konstruktionsmängel des Formats der DIK zurückzuführen. Dazu gehören eine sehr hohe Teilnehmerzahl, eine asymmetrische Akteurskonstellation zu Gunsten der staatlichen Akteure, die Hinzuziehung von sogenannten „Außenseitern“, aber auch ein permanent vorhandener Wertkonflikt, der eine effektive Konfliktbearbeitung und eine kooperative Interessenvermittlung erschwerte. Im Sinne des in der Arbeit vorgestellten Analysemodells zur Kategorisierung von politischen Kommunikations- und Verhandlungssystemen wird die DIK in allen drei Phasen als ein defektes Verhandlungssystem bewertet.

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Struck, Dirk: Die „Deutsche Islam Konferenz“ als institutionalisiertes multilaterales Kommunikations- und Verhandlungssystem zur politischen Interessenvermittlung zwischen staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren. Hagen 2020. FernUniversität Hagen.

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