Die Rolle nicht-staatlicher Gewaltakteure in der internationalen Politik : Eine fallzentrierte Analyse von transnational operierenden Kriminellen vor dem Hintergrund der Ereignisse rund um die europäische Migrationskrise 2015

Berg, Tony

Im Mittelpunkt dieser Untersuchung steht die Forschungsfrage, warum transnational operierende Kriminelle aus dem Phänomenbereich des Menschenschmuggels infolge der europäischen Migrationskrise 2015 überaus wirkmächtig und profitbringend handeln konnten. Aus einer IB-theoretischen Sicht können Kriminelle auch als ein Typus nicht-staatlicher Gewaltakteure gesehen werden. Mit dieser Arbeit soll ein Beitrag für dieses Konzept geleistet werden. Zu diesem Zweck wurde u.a. der theoretische Ansatz der "Entterritorialen Politik" von Hartmut Behr fruchtbar gemacht. Darauf aufbauend wird ein ursächlicher Faktor für das Handeln der Kriminellen in der staatlichen Handlungslogik vermutet. Diese kann entweder eine territoriale oder entterritoriale Prägung annehmen. In der Untersuchung soll geprüft werden, ob sich eine territoriale Handlungslogik begünstigend auf das Handeln der Kriminellen ausgewirkt hat. Der dargestellte Zusammenhang wird mit Hilfe einer qualitativen Einzelfallstudie am Beispiel Deutschlands - eingebettet in ein Mehrebenensystem - untersucht. Es wurden die Zeiträume vor und nach Beginn der Migrationskrise 2015 betrachtet und gegenübergestellt. Als maßgebliche Methode kam eine Prozessanalyse und ein strukturierter, fokussierter Vergleich zum Einsatz. Im Ergebnis konnte festgestellt werden, dass zwischen staatlicher Logik und Handeln der Kriminellen situationsabhängig ein Zusammenhang bestehen kann. Kausalität war dabei jedoch nicht erkenn- bzw. nachweisbar.

The focus of this study is the research question of why transnational criminals from the phenomenon of human smuggling could act in a very effective and profitable way against the background of the European migration crisis in 2015. From an IR theory perspective, criminals can also be seen as a type of violent non-state actors. With this work a contribution to this concept should be made. For this purpose, i.a. the theoretical approach of "Entterritoriale Politik" by Hartmut Behr was made fruitful. Based on this, a causal factor for the actions of criminals is assumed in the logic of state action. This can take on either a territorial or de-territorial character. The study will examine whether a territorial logic of action favorably influenced the actions of criminals. The relationship shown is examined with the aid of a qualitative case study using the example of Germany - embedded in a multilevel system. The periods before and after the start of the migration crisis in 2015 were considered and compared. The decisive method was a process analysis and a structured, focused comparison. As a result, it could be stated that there can be a connection between the state logic and the actions of criminals depending on the situation. However, causality was not recognizable or detectable.

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Berg, Tony: Die Rolle nicht-staatlicher Gewaltakteure in der internationalen Politik. Eine fallzentrierte Analyse von transnational operierenden Kriminellen vor dem Hintergrund der Ereignisse rund um die europäische Migrationskrise 2015. 2018. FernUniversität Hagen.

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