Der mongolische Augenblick in der Weltgeschichte : oder: Als Europa aus der Wiege wuchs

Schmieder, Felicitas GND

Die Expansion des mongolischen Reiches im 13. Jahrhundert traf auf Lateineuropa in einem Moment, in dem als infolge der Kreuzzüge dessen Bewohner bereits im Aufbruch begriffen waren. Sie nahmen die Herausforderung an und erreichten reisend weiteste Teile Asiens von China bis Indien. Die dabei gemachten Erfahrungen führten – nachdem der Landweg durch die mamlukische und osmanische Expansion im Vorderen Orient weitestgehend abgeschnitten worden war – zur Suche neuer Wege zur See nach Westen und um Afrika herum, mit den bekannten Folgen. Bereits im 13. Jahrhundert gingen allerdings die lateineuropäischen Zeitgenossen sehr unterschiedlich mit der Herausforderung der um vieles weiter gewordenen Welt und ihrer Deutung um: So nutzte Papst Innocenz IV. (+ 1254) die Erkenntnisse zur Formulierung eines ersten Völkerrechts auf naturrechtlicher Basis. Das wichtigste Medium der Deutung und Zukunftsplanung auf politischer und gesellschaftlicher Ebene war jedoch die Prophetie: Die einen sahen die Chance und wiesen den Weg zu einer nun endlich gänzlich christlichen Welt, einer weltumfassenden Christianitas, andere, wie der Kölner Kanoniker Alexander von Roes um 1288, riefen nach Begrenzung: Weil die Christianitas die ganze Welt ansprach, formulierte er zum ersten Mal einen politischen Europa-Begriff.

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Schmieder, Felicitas: Der mongolische Augenblick in der Weltgeschichte. oder: Als Europa aus der Wiege wuchs. 2005.

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