Die Wirkung einer Kurzform von Yoga Nidra Meditation auf Stresserleben, Schlafqualität und Wohlbefinden : Eine experimentelle Evaluationsstudie

Moszeik, Esther

In Zeiten von Multitasking, Leistungsdruck und Burnout betrifft das Thema Stress immer mehr Menschen bei der Bewältigung ihrer täglichen Anforderungen. Eine wachsende Zahl empirischer Studien erforscht dabei die Effekte von meditationsbasierten Interventionen auf verschiedene psychologische Kriterien. Die vorliegende Online-Studie testet die Wirkung einer Kurzform von Yoga Nidra Meditation auf Stresserleben, Schlafqualität und Wohlbefinden im Vergleich zu einer Wartelisten-Kontrollgruppe. In einem Zeitraum von 30 Tagen wurde die Übung von den Teilnehmer/innen selbständig und möglichst einmal täglich durchgeführt. Die Effekte der nur 11 Minuten umfassenden Meditation wurden mit den Pretestwerten verglichen, wobei der Posttest direkt nach der Intervention und das Follow-Up sechs Wochen später erfolgte. Eine Stichprobe freiwilliger Proband/innen wurde per Zufall der Meditationsgruppe (N = 193 nach Dropout) und der Kontrollgruppe (N = 232 nach Dropout) zugeordnet. Die Meditationsgruppe zeigte nach der Intervention, wie erwartet, ein signifikant niedrigeres Stresserleben, höheres Wohlbefinden sowie eine bessere Schlafqualität (kleine Effektgrößen). Bei der differenzierten Betrachtung des Kriteriums Wohlbefinden konnte festgestellt werden, dass die Meditation einen stärkeren Einfluss auf eine Verringerung des negativen Affekts als auf eine Steigerung des positiven Affekts hatte. Lediglich die Werte der Skala allgemeine Lebenszufriedenheit wurden im Vergleich zur Kontrollgruppe nicht signifikant verbessert. Die Ausprägung der allgemeinen Lebenszufriedenheit korrelierte jedoch signifikant mit der Durchführung anderer Achtsamkeitsübungen parallel zur Intervention. Dieser Moderator zeigte auch einen marginal signifikanten Zusammenhang mit der Ausprägung der Schlafqualität. Teilnehmer/innen, die während dem Studienverlauf weitere Achtsamkeitsübungen anwendeten, erreichten eine höhere allgemeine Lebenszufriedenheit und eine bessere Schlafqualität. Die Vorerfahrung mit Achtsamkeitsübungen zu Studienbeginn wurde ebenfalls als Moderator berücksichtigt, hatte aber keinen signifikanten Einfluss auf die Kriterien. Es zeigten sich jedoch Tendenzen zu Gunsten von Proband/innen mit wenig Vorerfahrung. Die Häufigkeit der Durchführung der Übung korrelierte signifikant mit der allgemeinen Lebenszufriedenheit und marginal mit der Schlafqualität. Die weitere Anwendung der Übung nach Beendigung des offiziellen Durchführungszeitraums korrelierte außerdem signifikant mit allen Kriterien bis auf der Schlafqualität. Je häufiger die Meditation längerfristig durchgeführt wurde, desto stärker die Effekte. Zudem korrelierte die subjektive Bewertung der Intervention signifikant mit allen Kriterien. Je positiver die Teilnehmer/innen einzelne Aspekte der Intervention bewerteten, desto größer war der Effekt der Meditation. Die Ausprägung der Achtsamkeit als Kernelement der Übung wurde ebenfalls untersucht und im Verlauf der Studie innerhalb der Meditationsgruppe signifikant gesteigert. Insgesamt konnte in einer großen, heterogenen Stichprobe gezeigt werden, dass bereits eine sehr kurze, regelmäßig durchgeführte Meditation positiven Einfluss auf Stresserleben, Schlafqualität und Wohlbefinden haben kann. Die Effekte blieben bei der Follow-Up-Erhebung sechs Wochen später stabil. Da diese Effekte bisher nur auf Selbsteinschätzungen basieren, sollten sie in zukünftigen Studien durch biologische Parameter weiter abgesichert werden. Des Weiteren sollten Persönlichkeitsfaktoren in die Messungen mit einbezogen werden, um die Intervention auf die Teilnehmer/innen anzupassen und weitere mögliche Wirkmechanismen berücksichtigen zu können.

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Moszeik, Esther: Die Wirkung einer Kurzform von Yoga Nidra Meditation auf Stresserleben, Schlafqualität und Wohlbefinden. Eine experimentelle Evaluationsstudie. Hagen 2016. FernUniversität in Hagen.

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