Legal analysis of distance education in the European Union

O'Neill, Hugh

Die in diesem Papier dargebotenen Projektergebnisse zum Thema „Rechtsrelevante Analyse des Fernstudiums in der Europäischen Union“ sind Teil des Schlussberichts zum europäischen Projekt VOCTADE. Die Rechtsvorschriften im Bereich der Europäischen Union (EU) sind eine Mischung von gesetzlichen, quasi-gesetzlichen Maßnahmen, Durchführungsbestimmungen und anderer unterschiedlicher Regelungen. Ein Einzelmarkt industrielles Fernstudium wird im Rahmen der EU noch eine zeitlang auf sich warten müssen – dies ist wohl eher ein Problem für die Inhaber von Firmenmarken im Fernstudiensektor. Die VOCTADE-Untersuchung zeigt, dass Fernstudienkurse in hohem Maße unreguliert Verwendung finden. So kann die didaktische Qualität dieser Kurse der Kostenvorteile wegen und mangels Evaluation bzw. Kontrolle von außen Schaden nehmen. Angesichts der revolutionären Rolle der Informationstechnologie und ihres instrumentellen Einflusses auch auf das Fernstudium stellt sich die Frage, ob in einer globalen Wirtschaft der Bereich Fernstudium auf europäischer Ebene so unreguliert sein sollte. Im Beitrag von O’Neill werden zunächst die verschiedenen Gesetzesmodelle einzelner EU-Staaten vorgestellt, die das Fernstudium regulieren. Hieran schließt sich eine Betrachtung aus europäischer Sicht an. Es gibt keine einheitliche Behandlung dieser Rechtsmaterie: einige Länder regulieren nur Kurse, während andere sich auf die Fernstudieneinrichtungen verlegen. Rechtliche Bestimmungen haben entweder freiwilligen oder verpflichtenden Charakter. So initiierten einige Mitgliedsstaaten Gesetze, die speziell die Vermarktung auf dem Fernstudiensektor regeln, in anderen EU-Staaten fehlt so etwas, d.h. sie wenden die gewöhnlichen Normen des Wirtschafts- und Zivilrechts an. Aus dem Projektbericht geht hervor, dass viele EU-Staaten über keine fernstudienbezogene Gesetzgebung verfügen und dass somit der am Markt operierende Fernstudiensektor Nachteile in Kauf nehmen muss. Insbesondere wird deutlich, dass nur zwei EU-Länder das gleiche Modell gesetzlicher Kontrolle fahren, nämlich Frankreich und Deutschland. Bei beiden gibt es staatlich auferlegte Kontrollen für den Fernstudienbereich; in der Bundesrepublik sind sie kursbezogen, in Frankreich beziehen sie sich auf die Hersteller von Fernstudienprodukten. Der Autor resümiert, nach wie vor fehle eine europäische Gesetzesregelung im Bereich des Fernstudiums. Unterschiedliche rechtliche Bestimmungen in den Mitgliedsländern der EU verwiesen auf eine zerklüftete, ungeordnete Rechtslandschaft, die es noch zu gestalten gelte, um so den Einzelmarkt Fernstudium in der EU zu komplettieren.

Vorschau

Zitieren

Zitierform:

O'Neill, Hugh: Legal analysis of distance education in the European Union. 1998.

Zugriffsstatistik

Gesamt

Volltextzugriffe:
Metadatenansicht:

12 Monate

Volltextzugriffe:
Metadatenansicht:

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export

powered by MyCoRe