DDR-Fernstudium im Wandel

Adler, Henri GND; Gerhardt, Hans-Peter GND; Stein, Ruth Heidi GND

Das DDR-Fernstudium war nie ein Gebilde, das sich mit Vokabeln wie starr, unbeweglich kennzeich­nen ließe, sondern ein Bereich, in dem sich bereits in der Vergangenheit Veränderungen vollzogen und wo infolge der Wende in der DDR sich auch im Fernstudienbereich tief greifende Wandlungen eingestellt haben. Das Fernstudium in der DDR spielte nicht nur im Rahmen der Hoch- und Fach­schulbildung, sondern auch in der Weiterbildung (postgraduale Studien) eine nicht unerhebliche Rolle. Adler verfährt bei der Betrachtung dieser Veränderungen chronologisch, in dem er den Wandel des DDR-Fernstudiums nicht nur quantitativ (mittels Zulassungs- und Absolventenzahlen, Vergleichszif­fern zum Direkt- und Fernstudium), sondern auch qualitativ nachzeichnet. Dabei werden Zusammen­hänge zwischen dem Ausbildungs- und Beschäftigungssystem von Fernstudienabsolventen beleuch­tet, die Rolle veränderter Ausbildungs-und Beschäftigungsbedingungen (z.B. in den 70er-Jahren) für die Ausbildungsstrukturen im fernstudiumbasierten Fach- und Hochschulbereich verdeutlicht und die seitens des Fernstudiums zu leistenden Anpassungsprozesse jeweils dazu beschrieben. Im Einzelnen benennt der Autor drei Tatbestände, die den Wandel des Fernstudiums in der DDR kennzeichnen: Die veränderte Situation in der Beschäftigung (u.a. weitgehende Sättigung des Arbeitsmarktes für Hochschulabsolventen führte ab Mitte der 70er-Jahre zu einem Rückgang des Interesses vor al­lem am Hochschulfernstudium (sinkende Zulassungen) – dies zugunsten des Fachschulfernstudi­ums. Die DDR-Wirtschaft konnte ihren Erweiterungsbedarf weitgehend aus dem Direktstudium decken.Eine weitere bedeutende Veränderung im Fernstudium erfolgte durch administrative Maßnahmen (1983) zur Überführung der Ausbildung von Ingenieuren und Ökonomen an Fachschulen in die Hochschulbildung, was einer Statuserhöhung des Fachschulfernstudiums gleichkam und zu einer Verschlechterung der Bildungschancen bestimmter Adressatengruppen (besonders Fachschulab­solventen; von geringer qualifizierten Werktätigen) führte. Die gesellschaftliche Wende in der DDR (1989) schuf völlig neue gesellschaftspolitische und ökono­mische Rahmenbedingungen für die Gestaltung und Entwicklung des Fernstudiums. Die sich daraus ergebenden Konsequenzen werden von Adler differenziert dargestellt und bewertet. In einem Ausblick des zu erwartenden Wandels des Fernstudiums der DDR zeigt der Autor mögliche Konsequenzen auf, die aus dem Übergang zur sozialen Marktwirtschaft resultieren, wobei Letztere veränderte Bedingungen an die Beschäftigung und Ausbildung von Hochschulabsolventen stellt.

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Adler, Henri / Gerhardt, Hans-Peter / Stein, Ruth: DDR-Fernstudium im Wandel. 1990.

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