Gesamtüberblick über das Hochschulfernstudium in der DDR

Matthes, Bernd GND

Matthes vermittelt synoptisch den state of the art des DDR-Hochschulfernstudiums kurz vor der Neuvereinigung von DDR und BRD im Jahre 1990. Einleitend wird das Spektrum des DDR-Fernstudiums beschrieben, werden die vielerlei Gründe, es zu betreiben, aufgezeigt (z.B. Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung; Befriedigung volkswirtschaftlicher Erfordernisse etc.) und auf die Rolle und den Stellenwert des Hochschulfernstudiums im Bildungswesen der DDR kurz eingegangen. In den sich anschließenden sechs Kapiteln beleuchtet der Autor das weite Feld speziell des Hochschulfernstudiums, in dem er die Fülle der vorhandenen Informationen unter folgenden Inhaltsaspekten zusammenfasst: Hinsichtlich der Struktur dieser Fernstudienform werden die einzelnen Studienrichtungen aufgeführt, gefolgt von einer Kurzcharakteristik der ihnen jeweils zugeordneten Bildungseinrichtungen (s.Kap.2-3). Bei Studienvoraussetzungen und der Vorbereitung auf das Hochschulfernstudium werden die Spezifika benannt, die für das universitäre Fernstudium der DDR kennzeichnend sind (z.B. zumeist Delegierung der Studienanwärter durch den Betrieb; Ergänzung und Unterstützung der Studienvorbereitung durch ein vielfältiges Angebot von Lehrgängen, Kursen seitens der Volkshochschulen (s.Kap.4). Hinsichtlich der Studienorganisation und -bedingungen geht es vor allem um die Herausarbeitung einiger wichtiger Grundlagen und Merkmale des DDR-Hochschulfernstudiums (s.Kap.5), u.a. das auf schriftlichem Lehrmaterial basierte Selbststudium, wobei Ersteres eine vorbereitende Funktion für die Vermittlung der Inhalte/Fertigkeiten in Lehrveranstaltungen im Rahmen der Präsenzphasen besitzt; die sich neben Präsenzphasen (36-40 Tage im Jahr) an der Hochschule etablierte so genannte Gruppenkonsultation, in deren Mittelpunkt z.B. die Anleitung des Selbststudiums, die Kontrolle des Erarbeiteten u.ä. stehen. Die Erörterung von Beurteilungsgesichtspunkten zum Lehrmaterial runden die hier behandelte Thematik ab (s.Kap.6). Im Schlusskapitel geht der Autor auf die Rolle und Funktion der Zentralstelle für das Hochschulfernstudium der DDR ein. Pomsel widmet sich im ersten Teil seiner Ausführungen der historischen Entwicklung des Hoch- und Fachschulfernstudiums der DDR im Zeitraum 1950 bis 1985. Aus der Perspektive dieser Vorgeschichte wendet sich der Autor der eigentlichen Thematik seines Beitrags zu, nämlich der Erläuterung der Neukonzipierung des Fern- und Abendstudiums für die Ingenieur- und Ökonomenausbildung in der DDR während der ersten Hälfte der 80er-Jahre. Die Inhalte des Konzepts zur Schaffung eines neuen Fernstudiensystems, das modernen Anforderungen an eine akademische Ausbildung entspricht, werden bezüglich Aufbau und Ablauf dieses Hochschulfernstudiums vom Autor vorgestellt. Informiert wird dazu im Einzelnen über die Zugangsvoraussetzungen für die Studienaufnahme (Adressatenkreis u.ä.) und Struktur des neu zu gestaltenden Fernstudiums, demzufolge zwei unterschiedliche Fernstudienformen zu erarbeiten waren:In der Studienform „Spezielles Fernstudium“ sind Bewerber mit qualifizierter Berufserfahrung (Fachschulingenieure, -ökonomen) zusammengefasst. Die Delegierung durch den Betrieb ist dabei eine conditio sine qua non; die Studiendauer beträgt maximal 7 Semester, z.B. in den Fachrichtungen Informationstechnik, Elektrotechnik. Die zweite Form des neu entwickelten Fernstudiums wurde für bewährte Facharbeiter konzipiert, die bereits über die Hochschulreife verfügen oder diese in einem vorgelagerten Vorkurs an einer Hochschule erwerben müssen. Auch hier gilt das betriebliche Delegierungsprinzip; der Hochschulabschluss ist i.d.R. in 9-10 Semestern erreichbar. Das Diplomverfahren kann im Anschluss daran beantragt werden. Die Einrichtung beider Studienformen wurde im Jahre 1990 erfolgreich beendet. Pomsel schließt seine Darlegungen mit konkreten Beispielen, wie die Verbindung von Studium und Berufstätigkeit ermöglicht werden kann; der Wiedergabe von Meinungen und Kommentaren von Vertretern der Hochschulen und Fernstudierenden zur Akzeptanz dieser neuen von Art von Hochschulfernstudium; mit einem Ausblick hinsichtlich der Entwicklungsmöglichkeiten dieser Studienform in der weiteren Zukunft.

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Matthes, Bernd: Gesamtüberblick über das Hochschulfernstudium in der DDR. 1990.

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