Neue Entwicklungen im Fernstudium der DDR

Möhle, Horst GND

Die Umgestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse in der DDR aufgrund der Ereignisse vom November 1989 machte auch die Erneuerung von Wissenschaft und Hochschulbildung erforderlich. Möhle erörtert in seinem Beitrag die für die künftige Hoch- und Fachschulbildung der DDR, welche in Fern­studienform von Werktätigen in Verbindung mit ihrer beruflichen Arbeit absolviert wird, sich ergebenden Ver­änderungen und zu ziehenden Konsequenzen. Im Einzelnen entwickelt der Autor seine Vorstellungen von Dezentralisierung und Einführung des Leistungs­prinzips bei der Erneuerung von Wissenschaft und Hochschulbildung zugunsten einer Wiederherstellung ihrer aktiven, gesellschaftlichen und humanistischen Fortschritt fördernden Rolle. Hochschulreform war schon seit Beginn der 80er-Jahre in der DDR ein Thema, wobei allerdings die jetzt (1990) geführte Debatte der Neugestaltung der Hochschulbildung nach Möhle sehr viel weiter ausgreifen müsse. Dies bedeutet, dass u.a. der Computertechnik und mindestens einer Fremdsprache ein gebührender Platz einzuräumen sei; die Einbeziehung der Praxis solle erhalten bleiben. Nach dieser auch für das Hochschulfernstudium wichtigen Positionsbestimmung weist der Autor auf die zu­nehmende Bedeutung der wissenschaftlichen Weiterbildung in Fernstudienform hin, wobei, die neuen ge­sellschaftlichen und beruflichen Anforderungen Veränderungen in den bisherigen Aubildungsgrundstudien­richtungen sowie deren Studieninhalten hervorrufen. Grundlegende Neugestaltungen in der Fach- und Hochschulausbildung haben daher eine Stärkung der Eigenverantwortlichkeit auch bei der Curriculumgestaltung, flexible Prüfungsgestaltung und Entflechtung ausschließlich berufsbildbezogener Weiterbildungzum Ziele. In diesem Zusammenhang kommt der Bildungsforschung eine besonders wichtige Funktion zu: sowohl als unverzichtbare Grundlage für die Qualitätssteigerung der Aus- und Weiterbildung im Direkt- und Fernstu­dium als auch im Hinblick der anzustrebenden Innovationen innerhalb des Fernstudiums selbst (in Gestalt von Fernstudienforschung), um die neuen Anforderungen zu unterstützen. Als Fazit bleibt u.a. festzuhalten, dass aus bereits vorliegenden Untersuchungsergebnissen auch Konse­quenzen gezogen werden müssen. Ferner ist die Einbeziehung des international gesicherten Erkenntnis­standes eine wichtige Aufgabe. Die Zentralstelle für das Hochschulfernstudium wird ihre koordinierende Funktion, beispielsweise bezüglich der Lösung von Rationalisierungsfragen im Bereich Fernstudienproduk­tion oder des wissenschaftlichen Erfahrungsaustauschs zwischen autonomer gewordenen Partnern verstär­ken müssen.

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Möhle, Horst: Neue Entwicklungen im Fernstudium der DDR. 1990.

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