Workshop zu Web2.0 in der beruflichen Weiterbildung im Rahmen der DeLFI 2012, Hagen

Hoppe, H. Ulrich; Kienle, Andrea GND; Krämer, Nicole

E-Learning Technologien sind ein fester Bestandteil der beruflichen Aus- und Weiterbildung geworden. Bisher stehen die Vermittlung standardisierter Inhalte und deren Zertifizierung im Vordergrund. Hierbei sind die Lernenden typischerweise Konsumenten der Lerneinheiten mit geringem Einfluss auf Inhalte und Abläufe. Web2.0-Technologien können neue Möglichkeiten der Partizipation, Interaktion und Motivation von Lernern eröffnen, aber die für die beruflichen Aus- und Weiterbildung spezifischen Rahmenbedingungen erfordern eine Adaptation der vorhandenen Ansätze zu Web2.0-gestütztem Lernen aus den Bereichen Hochschul- und Schullehre. Im Gegensatz zu den Universitäten und allgemeinbildenden Schulen, die ohnehin einen Auftrag zur Verbreitung von Wissen in der breiten Öffentlichkeit besitzen, fürchten (Weiterbildungs-) Unternehmen fürchten häufig die unbeabsichtigte Offenlegung von Betriebsgeheimnissen und spezifischem Prozesswissen. Zu den Vorbehalten, die einen freien Informationsfluss behindern, zählen auch rechtliche Bedenken, die bei (Weiterbildungs-) Unternehmen im Zusammenhang mit nutzergenerierten Inhalten als zentralen Bausteinen von Web2.0 auftreten. Über Web2.0-Lehr-/Lernplattformen sollen die Zielgruppen nicht nur gemeinsam lernen, sondern auch nachhaltig miteinander kommunizieren und damit auch informelle Lernprozesse anstoßen. Die Evaluation der integrierten Elemente und insbesondere der Web2.0-Technologien ist hier von zentraler Bedeutung, da auf dieser Basis eine stetige Weiterentwicklung (z. B. im Hinblick auf Einfachheit der Benutzung, Zuverlässigkeit und Akzeptanz) der vorgeschlagenen Lehr- und Lernformen erreicht werden kann. Insgesamt besteht weiterhin ein erheblicher Bedarf an wissenschaftlichen Untersuchungen der spezifischen Lernvoraussetzungen (situativ, organisational, individuell), Mehrwerte und Erfolgsbedingungen Web2.0-gestützter partizipativer Ansätze im Bereich des beruflichen Lernens. Neben den organisatorischen Aspekten der Durchführung von Lernprozessen (z. B. Dauer und Ort), wächst der Bedarf an qualitätssichernden Maßnahmen einerseits und nach bewährten Best Practices andererseits, die als Muster auf andere Situationen übertragbar sind. Die sechs zur Präsentation aufgeforderten Beiträge zeigen, dass aktiv an Lösungsansätzen gearbeitet wird. Auch die nicht akzeptierten Beiträge lassen darauf schließen, dass eine große Aktivität im Bereich der technischen und methodischen Entwicklung für Web2.0-Lehre vorhanden ist. Die Beiträge nähern sich dem Thema Web2.0 von unterschiedlichen Ausgangssituationen und Zielbranchen/-gruppen. So werden unterschiedliche Aspekte des Web2.0 Lernens beleuchtet und zielgruppenspezifische Lösungsansätze aufgezeigt. Es existieren jedoch auch eine Reihe von übergreifenden Fragestellungen, für die in den verschiedenen Projekten und Beiträgen unterschiedliche Lösungsansätze aufgezeigt werden. Einige dieser Fragestellungen, insbesondere die der Partizipation und des Werkzeuggebrauchs sind schon im letzten Jahr Thema (Workshopband der DeLFI 2011, Dresden) der Workshop-Reihe gewesen, andere Problemstellungen sind neu hinzugekommen. In diesem Jahr geben die vorgestellten Beiträge u.a. Einblick in die Arbeit an ihren Lösungsansätzen zu den folgenden Fragestellungen: Wie können die Lernenden zur Partizipation angeregt werden? Wie können die Dozentinnen und Dozenten an das neue Medium und neue Lernformen herangeführt werden? Welche didaktischen und methodischen Prozesse haben sich bewährt? Wie werden Lernenden relevante Lerninhalte präsentiert? Welche Ressourcen müssen den Lernenden zur Verfügung gestellt werden, da- mit sie eigenständig weiterarbeiten können? Welche Werkzeuge sind geeignet, um die Weitergabe von Wissen bzw. die Erstellung von Lernmaterialien in die existierenden Arbeitsprozesse zu integrieren?

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Hoppe, H. / Kienle, Andrea / Krämer, Nicole: Workshop zu Web2.0 in der beruflichen Weiterbildung im Rahmen der DeLFI 2012, Hagen. 2012.

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