Recurrent Education : Probleme eines mordernen Gesamtbildungssystems

Recum, Hasso von GND

Nach einer Phase der Bildungsexpansion in den 70er-Jahren mehren sich zu Beginn der 80er-Jahre deutlich die Anzeichen einer Bildungskrise (z.B. in den Bereichen Schule, Hochschule). Recum sieht in seiner Diagnose (1981) der bildungspolitischen Situation in der westlichen industrialisierten Welt das Auslaufen der weltweiten Bildungsexpansion bestätigt und damit einhergehend das Ende der Bildungseuphorie, abgelöst durch das deutliche Konturen annehmende Bild von einem gegenläufigen Trend, gekennzeichnet durch Retrospektive und kritische Rückschau und mündend in eine Kritik an Zielen, Inhalten und Methoden institutionalisierter Bildung. Die Argumente dieser Fundamentalkritik – die Adressaten sind vornehmlich Sekundarschulen, aber auch die Erwachsenenbildung – des Bildungswesens werden vom Autor im Einzelnen angesprochen, wobei er beispielsweise auf den bedeutenden Zielkonflikt bildungspolitischer Maßnahmen (wie egalitär versus meritokratisch verweist, der u.a. zur Entstehung neuer Ungleichheiten (Massenbildung mit Einzelförderung bei gleichzeitiger Auslese unter formalistischem Leistungsdruck) im Bildungsbereich führt. Im Zuge der Kritik an den Bildungssystemen zeigt sich ein bemerkenswerter Kurswechsel im Hinblick darauf, welche neuen Zielsetzungen gelten sollen; d.h. dieses sich neu etablierende Reformdenken strebt den Entwurf von Gesamtbildungssystemen auf der Basis von Weiterbildung an. Dieser Tatbestand kommt im Recurrent Education-Konzept von 1979 zum Ausdruck. Es soll m.a.W. als Werkzeug zur Realisierung jener neuen Ziele dienen, von denen zwei wichtige im Folgenden genannt seien: die Förderung selbstbestimmten Lernens, der Abbau des Bildungszentralismus (i.S. von mehr Autonomie und Flexibilität) sowie der formalen Zugangsvoraussetzungen zu Bildungseinrichtungen. Recum weist sodann auf die weltweite Rezeption jenes Konzepts hin, bei jeweils unterschiedlicher Gewichtung seiner Inhalte (z.B. durch die OECD). Die einzelnen Aspekte des Recurrent Education - Modells (wie der Weiterbildungsgedanke als das zentrale Element alternativer bidungspolitischer Strategie, das Prinzip lebenslangen Lernens etc.) werden dargestellt und auf dem Hintergrund der internationalen Diskussion gewürdigt. Die Realisierungschancen dieses Bildungsmodells werden daraufhin u.a. am Beispiel der Aktivitäten der OECD kritisch hinterfragt, gefolgt von einer generellen Bewertung – auch im Hinblick auf die Vor- und Nachteile von Recurrent Education.

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Recum, Hasso: Recurrent Education. Probleme eines mordernen Gesamtbildungssystems. 1981.

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