Learning as seen from the learner's point of view

Marton, Ference GND

Nach Marton kann Lernen aus einer Außenperspektive (etwa jener gängiger psychologischer Lerntheorien) oder aus der Ler­nerperspektive betrachtet werden. Nach letzterer bedeutet „Lernen“ immer ein „Lernen von etwas“; d.h. der Lerner ist sich bewusst, was er lernen will; zugleich hat er bestimmte Vorstellung über das Lernen und den Lernprozess selbst. Aus der Lernerperspektive sollte Lernen gesehen werden als eine Veränderung der Vorstellungen über einen bestimmten Aspekt der Realität; dieses Lernen müsse dementsprechend auch in Begriffen dessen, was gelernt wird, beschrieben werden. Die Beschreibung des Lernens aus dieser Perspektive unterscheide sich radikal von Beschreibungen aus der Perspektive psychologischer Lerntheorien bzw. ihrer Vertreter: Anstatt Lernen durch zugrundeliegende Prozesse oder Mechanismen zu beschreiben, komme es darauf an, die qualitativ unterschiedlichen Arten und Weisen zu charakterisieren, in denen individuelle Lerner Konzepte, Prinzipien und Aspekte der Realität verstehen, mit denen sie sich bei ihrem Lernen beschäftigen. Auch die Tätigkeit des Lernens selbst kann im Bewusstsein der Lerner in qualitativ unterschiedlicher Weise repräsentiert sein. Je nach individueller Lernerfahrung und je nach Lernkontext haben Lerner unterschiedliche Vorstellungen davon, was Lernen bedeutet und welche Art und Weise des Lernens in Hinblick auf ihr individuelles Lernziel angemessen ist. Für manche bedeutet Lernen das bloße Auswendiglernen, für andere impliziert Lernen, durch die Beschäftigung mit dem Lehrmaterial etwas über den darin beschriebenen Realitätsausschnitt herauszufin­den (vgl. den ‚level-of-processing‘-Ansatz und die Tiefen- vs. Oberflächenlernen-Unterscheidung). Diese qualitativen Unterschiede in den Lernerfahrungen stehen in enger Beziehung zu qualitativen Unterschieden in den Lernergebnissen. Um Lernen zu fördern, müsse man nicht nur berücksichtigen, in welch unterschiedlichen Weisen Lernende über die Lerninhalte denken, sondern auch die unterschiedliche Art und Weise, in der sie die Lernaufgabe interpretieren.

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Marton, Ference: Learning as seen from the learner's point of view. 1979.

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