Programm und Methodologie handlungsorientierter Evaluation von Unterricht

Heinze, Thomas GND

Ausgehend von einer Kritik an der traditionellen empirischen Unterrichtsforschung plädiert Heinze für eine Kehrtwende in der Forschungsmethodologie der Unterrichtsgegenstände Klasse, Schule, Unterricht, da die Ergebnisse in den herkömmlichen Untersuchungen zu sehr auf rein quantifizierbaren Aussagen (Messziffern u.ä.) beruhen und somit den komplexen Untersuchungsfeldern von Schule und Erziehung wenig gerecht werden können. Als alternative Forschungsmethode könne daher die Handlungsforschung durch ihre Praxisorientierung nicht nur die nötigen Problemstellungen durch u.a. den „praktischen Diskurs“ der Beteiligten (Untersucher und zu untersuchende) schulfeldbezogen aufgreifen, sondern auch den Forschungsprozess als ein Handeln gleichberechtigter Partner betrachten. Heinze entwickelt sein Handlungsforschungskonzept auf der Basis eines theoretischen Bezugsrahmens (z.B. in dem er auf die Prinzipien handlungsorientierter Evaluation eingeht), um sich dann mit konkreten Fragen und Problemstellungen auseinander zu setzen. Dabei handelt es sich u.a. um„Antworten“ (von Heinze) auf die Kritik an der Aktionsforschung. Beispiele aus der Forschungspraxis (z.B. handlungsorientierte Unterrichtsanalyse),das Verständnis von Unterrichtsforschung als Bestandteil handlungsorientierter schulfeldbezogener Reformprojekte. Im zweiten Teil seines Beitrags widmet sich der Autor der Curriculumentwicklung und Unterrichtsforschung im handlungsorientierten Aspekt. Möglichkeiten und Ziele der handlungsorientierten empirischen Unterrichtsforschung werden je nach Verwendungssituation (Schule, Hochschule) dargestellt und bewertet. In diesem Zusammenhang hinterfragt Heinze die verschiedenartigen Positionen technologischer Unterrichtsmodellierung (z.B. die Situation im Bereich der technologieorientierten Didaktik) und deren Evaluierungsinstrumente,wobei er die hier in Frage kommenden Prinzipien bzw. Strukturmerkmaletechnologischer Unterrichtsmodelle und der inhalts- und situationsspezifischen Unterrichtsanalyse benennt und analysiert. Die von Heinze vertretene Position einer handlungsorientierten Forschung bedeutet mithin für die Curriculumentwicklung „Abkehr von technologischen Implementationsmodellen“ und hin zu „schulnahen, offenen Curricula“ (S. 70).

Vorschau

Zitieren

Zitierform:

Heinze, Thomas: Programm und Methodologie handlungsorientierter Evaluation von Unterricht. 1977.

Zugriffsstatistik

Gesamt

Volltextzugriffe:
Metadatenansicht:

12 Monate

Volltextzugriffe:
Metadatenansicht:

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export

powered by MyCoRe