Eine serviceorientierte Plattform für die Unterstützung kontextbasierter Adaption für Gruppen in gemeinsamen Arbeitsbereichen

Veiel, Dirk GND

Heutzutage werden viele komplexe Probleme von Gruppen gelöst, wobei die jeweilige Gruppe häufig einen gemeinsamen Arbeitsbereich einsetzt und für die Zusammenarbeit informelle Regeln definiert. Jedes Gruppenmitglied nutzt einen entsprechenden Client als Kollaborationsmedium. Die Kollaborationsrichtlinien legen fest, wie der gemeinsame Arbeitsbereich konfiguriert sein soll, um eine gegebene Kollaborationssituation zu unterstützen. Sie definieren außerdem die Konfiguration des Clients des jeweiligen Gruppenmitglieds. Den Gruppenmitgliedern obliegt jeweils selbst die Aufgabe, die aktuelle Kollaborationssituation zu überwachen und entsprechende Kollaborationsrichtlinien anzuwenden, d. h. die Konfiguration des gemeinsamen Arbeitsbereichs bzw. ihrer Clients manuell anzupassen. Sofern nicht alle Gruppenmitglieder zeitnah die entsprechenden Kollaborationsrichtlinien anwenden können Inkonsistenzen zwischen ihren Clients auftreten. Die ständige Überwachung sowohl der Kollaborationsrichtlinien als auch der aktuellen Kollaborationssituation reduziert die kognitiven Ressourcen jedes Gruppenmitglieds, die es für die Lösung des Problems einsetzen kann. Steht ein Gruppenmitglied nicht mehr länger zur Verfügung, kann dadurch auch Wissen über die vereinbarten Kollaborationsrichtlinien verloren gehen, sofern dieses nicht bereits im Vorfeld an andere Gruppenmitglieder weitergegeben wurde. Bestehende Ansätze im Bereich der kontextbasierten Adaption unterstützen die Gruppenmitglieder, indem sie bspw. einen Workflow anbieten, der einen Dokumenten-Upload mit anschließender Notifikation von ausgewählten Nutzern ermöglicht. Die Auswahl eines geeigneten und von allen beteiligten Nutzern unterstützten Dienstes wird auf Basis eines Kontextmodells durchgeführt. Ein Nachteil dieses Ansatzes ist allerdings, dass er nicht bei der Lösung komplexer Probleme eingesetzt werden kann, da im Vorfeld des Problemlösens oftmals kein vollständiger Workflow definiert werden kann. Außerdem müssen die Nutzer in diesen Ansätzen selbst ihren Kontext an ihre aktuelle Situation anpassen. Dies kann zu einem fehlerhaften Kontext führen. In der vorliegenden Arbeit werden diese Probleme durch eine serviceorientierte, kontextbasierte, adaptive Plattform adressiert, die gemeinsame Arbeitsbereiche bestehend aus Kollaborationsanwendungen und gemeinsamen Artefakten erzeugen und verändern kann. Hierbei wird das Adaptionsverhalten durch die Adaptionsregeln festgelegt, die die technisch in der Plattform umsetzbaren Aspekte der Kollaborationsrichtlinien darstellen. Die Plattform überwacht die Nutzerinteraktionen, aktualisiert den Gruppenkontext und führt auf Basis des aktuellen Kontexts anwendbare Adaptionsregeln aus, um Anwendungen und Artefakte vollautomatisch und konsistent anzupassen. Die Adaptionsregeln können hierbei nicht nur einzelne sondern auch mehrere Anwendungen und Artefakte betreffen, d. h. es sind anwendungsübergreifende Adaptionen möglich. Um den Einsatz der Plattform zu unterstützen, wird zudem ein Vorgehensmodell präsentiert, das für die Realisierung des Adaptionsverhaltens für eine gruppenspezifische Aufgabe in einem kontextadaptiven, gemeinsamen Arbeitsbereich eingesetzt werden kann. Die prototypische Implementierung zeigt die Umsetzbarkeit des Lösungsansatzes. Durch die Anwendung des Vorgehensmodells auf zwei typische Kollaborationsszenarien wird sowohl die Anwendbarkeit als auch die Validität des Vorgehensmodells und der Plattform gezeigt.

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Veiel, Dirk: Eine serviceorientierte Plattform für die Unterstützung kontextbasierter Adaption für Gruppen in gemeinsamen Arbeitsbereichen. Hagen 2013. FernUniversität in Hagen.

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