Das Leistungsverhalten in deutschen Familienserien oder wie anspruchsvoll ist das fiktionale Leben im Fernsehen?

Gerhard, Ulrike GND

Leistung ist ein zentrales Thema in der Gesellschaft und dies in unterschiedlichen Zusammenhängen. In den 1970er Jahren erreichte die Debatte um das Leistungsprinzip ihren bisherigen Höhepunkt, als die studentische Protestkultur die überkommenen Lebensstilmuster mitsamt der darin eingebetteten Leistungsethik radikal infrage gestellt hatte. Aber bis heute ist das Leistungsprinzip eine Fundamentalnorm der Gesellschaft (vgl. Dröge et. al, 2008, S. 7). So beschreiben Dröge, Marrs und Menz in der Einleitung zum Band der Hans Böckler Stiftung mit dem Titel „Rückkehr der Leistungsfrage“ die Stellung des Leistungsprinzips. Die Zentralität der Leistungsfrage wird auch an aktuellen Themen deutlich. Im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise seit dem Jahr 2008 und in deren Folge der Währungskrise in der Eurozone wird immer wieder die Leistungsfähigkeit der einzelnen Volkswirtschaften, allen voran Griechenlands, infrage gestellt. Ein völlig anderer Aspekt der Leistung zeigt sich bei einem sportlichen Ereignis wie beispielsweise der Fußball-Europameisterschaft im Jahr 2012. Neben der Leistung der einzelnen Spieler einer Mannschaft zählt auch die Leistung des zwölften Mannes auf dem Platz, dem Publikum und vor allem den Fans. Dass Volkswirtschaften von Leistung getragen werden, steht außer Zweifel, aber ob ein Fußballanhänger mit seiner Verbundenheit zu einer Mannschaft Leistung erbringt, lässt sich diskutieren. Hier stehen zwei völlig unterschiedliche Aspekte von Leistung gegenüber. Auf der einen Seite die Arbeitsleistung, die sich in Euro und Cent ausweist. Auf der anderen Seite ein Verhalten von Menschen im Rahmen einer Freizeitbeschäftigung, das zur „Unterstützungsleistung“ aufgewertet wird. Es gibt also völlig unterschiedliche Auffassungen von Leistung, auf die im weiteren Verlauf dieser Arbeit noch weiter einzugehen sein wird.

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Gerhard, Ulrike: Das Leistungsverhalten in deutschen Familienserien oder wie anspruchsvoll ist das fiktionale Leben im Fernsehen?. Hagen 2013. FernUniversität in Hagen.

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