Wachstum bei einer Deckelung des Emissionsbestands

Kollenbach, Gilbert GND

Die Energieerzeugung mit Hilfe fossiler Energieträger verbindet zwei Probleme, die in den letzten Jahrzehnten zunehmend in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt sind – erschöpfbare und die Begrenzung des Klimawandels. Beide Themen wurden bereits in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur behandelt. So zeigt die Wachstumstheorie, dass nachhaltiges Wachstum auch bei erschöpfbaren Ressourcen möglich ist. Die Begrenzung des Klimawandels wurde bisher nur in Rahmen von Hotelling-Modellen thematisiert. Allerdings berücksichtigt das Hotelling-Modell weder Kapital noch Forschung, während die Begrenzung des Klimawandels in der Wachstumstheorie bisher keine Beachtung fand. Daher wird in der Dissertation die Synthese der beiden Ansätze in Rahmen von drei Modellen vollzogen. Es kann gezeigt werden, dass der Planungszeitraum in drei Phasen aufgeteilt werden kann, die in ähnlicher Form ebenfalls in den Hotelling - Modellen auftreten. Dabei beeinflusst der Emissionsbestandsgrenzwert die Ökonomie nur kurzfristig, während er auf die langfristige Entwicklung bestenfalls begrenzten Einfluss hat. Da es sich bei Stiglitz (1974) um eines der ersten Modelle mit technischem Fortschritt, Kapital und einer erschöpfbaren Ressource handelt, wird der Emissionsbestandsgrenzwert zunächst in dieses Modell integriert. Da der Grenzwert langfristig irrelevant ist, konvergiert die Ökonomie, analog zu Stiglitz (1974), bei ausreichend großem technischem Fortschritt gegen einen Steady State mit nachhaltigem Konsum. Im Gegensatz zu Stiglitz (1974) ist der Sattelpfad nicht eindeutig, da sich dieser aus 3 Teilstücken zusammensetzt, die den Phasen zugeordnet werden können. Um einem Kritikpunkt am neoklassischen Wachstumsmodell – dem exogenen und ressourcenvermehrenden technischen Fortschritt – zu begegnen, wird in einem zweiten Schritt wird ein Emissionsbestandsgrenzwert in das mit einer Backstop – Ressource ausgestattete endogene Wachstumsmodell von Tsur und Zemel (2005) eingeführt. Dieses Modell wird in einem dritten Schritt um eine zweite Technologieart erweitert, um den neuen Literstrang des gerichteten technischen Wandels anzuknüpfen. In beiden Modellen wird in der kurzen Frist durch den Emissionsbestandsgrenzwert die erschöpfbare Ressource künstlich verknappt. Dadurch nimmt die Vorteilhaftigkeit der Forschung im Bereich der Backstop – Ressource zu. Spiegelbildlich nimmt die Vorteilhaftigkeit einer Erforschung von Technologien für die erschöpfbare Ressource ab. Langfristig ist einzig die Forschung im Backstop – Bereich möglich. In einer marktwirtschaftlich organisierten Ökonomie zeigt sich, dass der Staat aufgrund des Emissionsbestandsgrenzwertes nur in der kurzen Frist durch eine Steuer auf die erschöpfbare Ressource in den Markt eingreifen muss. Dauerhafte Eingriffe sind nur aufgrund von Marktmachteffekten notwendig.

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Kollenbach, Gilbert: Wachstum bei einer Deckelung des Emissionsbestands. Hagen 2012. FernUniversität in Hagen.

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