Förderliche und hemmende Effekte kollektiver Perspektivenübernahme auf den intergruppalen Versöhnungsprozess

Barth, Markus GND

In drei Studien wurde der Effekt von kollektiver Perspektivenübernahme auf die Bereitschaft untersucht, die Mitglieder einer Opfergruppe für historische Vergehen der Eigengruppe zu entschädigen. Die Studien verwendeten den historischen Hintergrund deutscher Kolonialverbrechen im heutigen Namibia sowie der Vertreibung der Polen aus den besetzten Gebieten während des Zweiten Weltkriegs. Kollektive Perspektivenübernahme erhöhte die Kompensationsbereitschaft der Teilnehmenden im Vergleich zur Kontrollgruppe (Studie 1). Außerdem zeigte sich ein signifikanter Mediationseffekt von gruppenbasierter Schuld, der den Einfluss von kollektiver Perspektivenübernahme auf Kompensationsbereitschaft vermittelte. Die Ergebnisse der Studien 2 und 3 zeigten einen unerwarteten Interaktionseffekt von gruppenbasierter Schuld und kollektiver Identitätsbedrohung. Das Gefühl einer kollektiven Identitätsbedrohung führte zu einer Verminderung des positiven Effekts von gruppenbasierter Schuld auf die Kompensationsbereitschaft. Dieser Effekt trat jedoch nur bei kollektiver Perspektivenübernahme auf, es zeigte sich kein vergleichbarer Effekt bei individueller Perspektivenübernahme. Neben der Bedeutung dieses unerwünschten Effekts für die Anwendung von kollektiver Perspektivenübernahme als Interventionsmaßnahme im Versöhnungskontext werden Ansätze zur Auflösung des gefundenen inhibierenden Moderationseffekts diskutiert.

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Barth, Markus: Förderliche und hemmende Effekte kollektiver Perspektivenübernahme auf den intergruppalen Versöhnungsprozess. Hagen 2012. FernUniversität in Hagen.

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